Technisches Museum der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie

Das Technische Museum ist ein Ort für lebendige Begegnungen mit der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie: Im Gebäude der ehemaligen Schmuckfabrik Kollmar & Jourdan können Besucher die traditionsreiche und einst den Weltmarkt dominierende Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie erkunden. Neben der Technik und den Produkten erhalten sie auch Einblicke in den kulturellen Kontext. Sie erfahren, was diese historischen Industrien als Arbeitsumfeld für die Menschen und als Entwicklungsmotor für die Stadt bedeutet haben.

Ehemalige Mitarbeiter der Schmuck- und Uhrenindustrie zeigen ihr Können als Goldschmiedin oder Stahlgraveur, als Guillocheurin oder Kettenmechaniker an Arbeitsplätzen mit historischen Maschinen. So haben Besucher die Möglichkeit, die zahlreichen Arbeitsschritte bis zur fertigen Uhr oder zum funkelnden Schmuckstück aus der Nähe mitzuerleben.

Lebendig ist das Museum auch, weil es die Tradition mit der industriellen Gegenwart verknüpft: Es werden Unternehmen der Schmuck- und Uhrenindustrie sowie Unternehmen vorgestellt, die aus den traditionellen Kompetenzen weitere und innovative Industrien und Dienstleistungen entwickelt haben.

Glanzstück der Pforzheimer Industriearchitektur | Gestaltungskonzept ausgezeichnet

Das markante Gebäude in der Bleichstraße macht Einheimische und Besucher durch seine glasierte Fassade auf sich aufmerksam. Es wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts für die renommierte Schmuck- und Kettenfirma Kollmar & Jourdan errichtet. Der Bau umfasste ursprünglich einen ganzen Häuserblock. Kein Wunder – alten Werbematerialien zufolge bezeichnete sich Kollmar & Jourdan 1910 als »größte Kettenfabrik der Welt«. Im zweiten Weltkrieg nahm das Gebäude Schaden, büßte aber wenig von seiner imposanten Größe und seiner eleganten Fassade ein.

Bis 1977 produzierte das namensgebende Unternehmen hier; später zogen Geschäfte, Büros, weitere Institutionen wie die städtische Galerie und eine Schule sowie 1983 das Technische Museum ein.

Im Rahmen des Jubiläumsfestivals 2017 — 250 Jahre Goldstadt Pforzheim wird das Museum nach knapp einjähriger Umgestaltungspause mit neuen Themen, Bezügen zur Gegenwart, neuen Informationsangeboten und zeitgemäßer Ausstellungsgestaltung wiedereröffnet.

Im Oktober 2017 wurde das neue Gestaltungskonzept des Hauses mit dem Internationalen Designpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet. Das Design des Architekturbüros Münzing in Stuttgart erhielt die Kategorie "Silver" des "Focus Open".